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Großer Preis des Südens (Velddriel bei Herzogenbusch/NL)

An diesem Novemberwochenende (20./21.11.04) hatte ich das große Glück mal wieder an einem ganz besonderen Agility-Ereignis teilnehmen zu können. Es handelt sich dabei um keine offizielle "Prüfung", sondern um einen Mannschaftswettbewerb. Locker und unbürokratisch wie bei uns in Deutschland leider unvorstellbar vollzieht sich der ganze Ablauf: keine Leistungsurkunden, keine Impfausweiskontrollen, keine Chipkontrollen, kein Stress mit "An-/Ableinen/Spielen", keine Klasseneinteilungen . . . wer sich der Sache gewachsen fühlt, kann mit einer Mannschaft antreten. Dafür aber 7 (in Worten: sieben) Läufe für jeden an diesem WE und ein ganz flotter Ablauf. Veranstaltungsort waren 2 große nebeneinander liegende und miteinander verbundene Reithallen ohne Tribünen. Der Aufenthalt für die vielen Teilnehmer war dementsprechend nicht so ganz optimal aber durchaus erträglich, schließlich gab es ja auch noch ein Lokal, in dem man sich immer mal wieder bei einer Tasse Kaffee aufwärmen konnte. In der Large-Klasse besteht eine Mannschaft aus 4Teams. Die Mannschaften treten jeweils gemeinsam hintereinander an, das schlechteste Ergebnis jedes Wettbewerbs ist Streichresultat.

Am Start 38 Large-, 13 Medium- und 12 Small-Mannschaften. Insgesamt über 220 Hunde am Start.

Für uns gewöhnungsbedürftig der Ablauf: morgens ca. 30 Minuten Parcoursbegehung für die ersten beiden A-Läufe in beiden Hallen gleichzeitig. Problem war das unglaubliche Gedränge an den jeweiligen Problemstellen der Parcours, und die Tatsache, dass man sich 2 Parcours gleichzeitig merken musste, die man dann später hintereinander zu laufen hatte. Nach den A-Läufen wurden die Jumpings aufgestellt, wieder Parcoursbegehung in beiden Hallen gleichzeitig, und dann wurden die beiden Jumpings gelaufen. Interessant auch, dass einer der beiden A-Läufe schon seit Wochen im Internet veröffentlicht war, sich also jeder intensiv vorbereiten konnte, was aber keineswegs am Ergebnis ablesen konnte (siehe unter Ergebnisse November).

Eine weitere Besonderheit zumindest aus deutscher Sicht: Die Standardzeit wurde durch den schnellsten fehlerfreien Hund (plus 5 Sekunden) bestimmt, und zwar unabhängig ob dies ein Small-, Medium- oder Large-Hund war, und diese Zeit galt dann auch für alle Größenklassen. Dies führte natürlich dazu, dass Zeitfehler genauso an der Tagesordnung waren wie Parcoursfehler - für mich die "normalere" Wettkampfsituation.;-)))

Am Ende des ersten Tages gab es noch ein "Einzel-Finale". Die jeweils vier besten Teams aller Größenklassen liefen dabei einen A-Lauf. Gewertet wurde auch dieses Finale unabhängig von der Größe. Für dieses Finale hatten sich 2 der insgesamt 8 deutschen Starter qualifiziert, und zwar Sylvia Vaanholt und Philipp Müller-Schnick. Letzterer hatte im Finale leider zwei Fehler, Sylvia gewann mit ihrem 5. NULLER dieses Tages das Finale souverän !!!

Abends gab es dann das "Doggy-Dinner", ein prima warmes Buffet, bei dem man die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen konnte.

Am Sonntag folgte zunächst wieder eine "Doppelbesichtigung" des 3. A-Laufs und des 3. Jumpings, die anschließend gelaufen wurden. Alles Parcours dieses Wochenendes waren durchweg sehr anspruchsvoll, in jedem Falle A3-Niveau. Der 3. A-Lauf wies eine besonders heikle Anfangssequenz auf, die vielen schon vor dem Start Sorgen bereitete. Nachdem von den ersten 4 Teams keines den Eindruck gemacht hatte, auch nur eine Chance der Realisierung zu haben, stoppte der Richter kurzerhand den Wettbewerb und entschärfte die Stelle wesentlich (so etwas habe ich auch noch nicht erlebt). Über 52% DIS waren es dann trotzdem noch, es war also durch diese Entschärfung auch noch nicht leicht geworden. 

Es folgte dann noch das Mannschaftsfinale, ein Jumping. Auch daran nahmen alle Mannschaften teil. Die nach den 6 vorangegangenen Läufen am schlechtesten platzierte startete zuerst und die führende Mannschaft zuletzt. Gewertet wurde wie z.B. auch bei der WM: Addition der Fehler und der Zeiten. Letztere spielten allerdings nur im Bereich der Zeitfehler eine Rolle - nach insgesamt sieben Läufen ergaben sich natürlich keine Punktgleichheiten (DIS wurden mit 50 Fehlerpunkten bewertet).   

Aus Deutschland waren 2 Mannschaften am Start: eine, die "Fetzigen Pfoten" konnte man schon als eine Art "Dream-Team" bezeichnen: Lisa Germann mit Biene, Maja Lessing mit Sunny, Sylvia Vaanholt mit Gill und Philipp Müller-Schnick mit Finn. Dazu noch das von mir initiierte Team "Aussie-Borders" mit Sylvia Kosanka, Oskar Just mit Lhasa, Michael Oldenburg mit Sparky und Wolfgang Schmitt mit GARRY.

"Unser Dreamteam" setzte sich sofort an die Spitze des Feldes, während wir nach sehr mäßigem Start zunächst Platz 9 nach den ersten beiden Läufen belegten - bei 38 Mannschaften am Start eigentlich auch gar nicht so schlecht. Am Ende des ersten Tages hatten wir uns auf Platz 5 vorgearbeitet, während die Fetzigen Pfoten eine klare Führung innehatten. Nach den beiden Sonntagsläufen konnten wir kaum glauben auf Platz 3 zu liegen, allerdings dicht gefolgt von einigen Mannschaften, während "nach vorne" eigentlich nichts mehr möglich war. Die Fetzigen Pfoten schienen den Sieg eigentlich sicher zu haben. Das Finale wurde dann noch ausgesprochen spannend. Wir konnten unseren knappen Vorsprung von gut 4 Punkten auf Platz 4 halten, die Fetzigen Pfoten leisteten sich aber ausgerechnet im Finale 2 DIS, so dass eines mit 50 Fehlerpunkten in die Wertung kam. Das zweitplatzierte Team konnte "die Gunst der Stunde" mit einem DIS und einem 36-Fehlerlauf allerdings auch nicht nutzen. So schmolz der Vorsprung der Fetzigen Pfoten zwar von satten 31 auf knapp 13 Fehlerpunkte zusammen, sie wurden aber doch noch die verdienten Sieger dieses wirklich tollen Mannschaftswettbewerbs. Ganz herzlichen Glückwunsch von mir an Lisa, Maja, Sylvia und Philipp - ihr ward echt Klasse !!!

Den zweiten Platz belegte das Team "Total Trust" vom Veranstalter.

Ganz besonders möchte ich mich natürlich bedanken bei meinen Mitstreitern Sylvia, Michael und Oskar, ohne deren Mitwirken ich gar nicht an diesem Turnier hätte teilnehmen können. Wir alle sind aber ziemlich sicher, dass wir im nächsten Jahr wieder am Start sein werden. Holland, wir kommen wieder !

Mehr Informationen und Laufergebnisse unter 'Ergebnisse November


Die Agility-WM 2004 in Italien (Montichiari)

ist nun auch schon wieder Geschichte, und wir durften dabei sein. Es waren tolle Tage in Italien. Unsere deutsche Mannschaft war ein tolles Team, das sich als eine echte Einheit präsentierte. Die Teilnahme an dieser WM war ein ganz tolles Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Ein ganz herzlicher Dank gebührt der gesamten Teamleitung ebenso wie den tollen Fans, die uns bestens unterstützt haben.

Ganz besonders muss ich aber auch bei meiner Frau Ingeborg (Burgl) bedanken, ohne deren Unterstützung über Jahre hinweg ich wohl kaum zur WM gekommen wäre !!!

Einen Bericht von der WM findet ihr auf meiner WM-Seite, alle Ergebnisse und Parcourspläne z.B. auf der Seite von Guy Blancke und bei FOXI.


Jütlandia-Cup in Dänemark

Haben wir 2003 in Gael / Belgien etwas "anderes Agility" kennengelernt, so stand diesmal Dänemark auf dem Programm. Der Jütlandia-Cup ist eine ganze Turnierwoche, d.h. es wird Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag gestartet. An jedem Tag findet ein A-Lauf und ein Jumping nach Klassen statt, außerdem an jedem Tag noch ein Open (3mal A-Lauf und 2mal Jumping). Die beiden besten A-Open und der beste Jumping-Open entscheiden über die Teilnahme am Finale am letzten Tag, an dem die besten 25 Large, 10 Medium und 10 Small-Teams teilnehmen dürfen.

Für "Agility-Freaks" eigentlich eine Traumwoche bei sehr gut besetzten Starterfeldern. Für Leute, die sich bei uns über die steigende Anzahl an Border Collies aufregen, in jedem Falle der falsche Ort.

Ein paar dänische Besonderheiten, die ich hier erlebt/erfahren habe: Das Parcourfeld 30 mal 40 Meter, die A-Wand stets auf Midi/Mini-Höhe, die Hürden in A3 grundsätzlich auf 65cm, beim Open auf 60cm und in den unteren Klassen 55cm (Large). Wie man zum Start kommt und wie man den Parcour verlässt ist jedem selbst überlassen, ja ich habe sogar gesehen, dass von "Helfern" im Ziel mit Spielzeug über die letzten Hindernisse "gelockt" wurde.

Es gab keinerlei Ansagen, es war aber auch nicht so wichtig, wann man genau am Start erschien: der Ablauf erfolgte nach genauem Zeitplan, der nicht nur eingehalten wurde, sondern z.T. war man sogar schneller als geplant. Ergebnislisten wurden keine ausgehängt, aber im Büro standen zwei Monitore bereit, wo sich jeder jederzeit über die Ergebnisse und den Stand der Dinge erkundigen konnte. Da die Ergebnisse sofort ins Auswertungsbüro geschickt und verarbeitet wurden, konnte man am Monitor sogar den Stand der noch laufenden Wettbewerbe verfolgen.

Die Turnierwoche fand auf dem Gelände eines großen Sportzentrums mit Schwimmbad, Sporthallen, diversen Außenplätzen, Hotel und Restaurant statt. Zwei Parcours standen auf einem fußballfeldgroßen Rasenplatz. Ein dritter Parcour zum Aufwärmen auf einem Nebenplatz. Die Zelte der Teilnehmer waren zu einem Abstand zum Parcour von ca. 6m verpflichtet, so dass man das Geschehen so gut wie sonst nie bei einem Turnier verfolgen konnte. Erstklassige Stellplätze mit Stromversorgung für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte waren vorhanden, ebenso Toiletten und Duschmöglichkeiten. Am frühen Morgen konnte sogar das Schwimmbad kostenlos benutzt werden. Möglichkeiten zum Spaziergang mit den Hunden waren hervorragend.