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Im Kapitel 'Grundsätzliches / Der Sport' bin ich auf die Dominanz der BC im Agility (Large) eingegangen.
Die Forderung nach einer eigenen BC-Klasse ist meines Erachtens allerdings völlig abwegig. Wie schon erwähnt gibt es etliche Rassen, die zu absolut gleichwertigen oder auch besseren Leistungen fähig sind.
Die höchste Agility-Leistungsklasse ist die A3. Bei den aktuellen Anforderungen ist es einer Vielzahl von Hundeführern / Hunden möglich, diese Klasse zu erreichen.
Auf dem Weg dorthin mußten sie Spitzenplatzierungen erreichen, die dann etlichen dieser Teams in der neuen Klasse überhaupt nicht mehr möglich sind. Auch bei fehlerfreien Läufen sind immer etliche schneller und dementsprechend besser platziert . . . was nicht selten, aber keineswegs immer oder nur BC sind.

Ich habe auch schon eine andere Sportart ausgeübt mit einem unvergleichlich viel größeren Trainingsaufwand als dies im Hundesport überhaupt möglich ist. Dabei habe ich große persönliche Erfolge erzielt, obwohl es für mich nie auch nur annähernd möglich gewesen wäre einen der forderen Plätze zu belegen. Dies tun auch viele andere in verschiedendsten Sportarten, und es ist absolut selbstverständlich.
Wenn auch jeder Vergleich ein wenig hinkt, so empfinde ich es doch als eine Besonderheit, dass bei etlichen Agility-Sportlern ein solcher Tatbestand als frustrierend empfunden wird.

Eine "Lösung" dieses "Problems" könnte nicht in einer BC-Klasse, sondern höchstens in einer Top-Klasse oberhalb der A3, also einer A4 liegen. Die Anforderungen wären dann so, dass sich dort nur die Spitzenteams ganz gleich welcher Rasse etablieren könnten. Damit wären für die Teams, die jetzt in der A3 "etwas frustriert" sind, der Weg zu besseren Platzierungen frei.


Wird damit aber nicht ein "Problem" (wenn man es denn als solches verstehen möchte) nur verschoben bzw. aufgeteilt? Ich meine ja, und bin deshalb auch gegen eine solche "Lösung".
Vielmehr denke ich, dass sich diejenigen, die an Turnieren teilnehmen, dazu entschlossen haben einen sportlichen Wettkampf zu bestreiten. 

Dementsprechend müssen sie auch die natürlichen Kriterien des Sports akzeptieren. Und die bestehen aus Sieg und Niederlage, Auf- und Abstieg und . . . damit mich da keiner falsch versteht . . . sehr viel Freude und Spaß am und mit dem Sport.
In unserem Sport kommt das Verhältnis zu unserem Partner Hund und eine entsprechende Fürsorge dazu.
Für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, die ich hier nur erwähne, damit keiner auf den Gedanken kommt, dass ich dies aus dem Auge verlöre.
A4 also nicht, schon deswegen, weil dies zu Problemen bei grenzüberschreitenden Turnierteilnahmen führen würde. Auch hier kann ein Blick über die Grenzen inspirieren, in diesem Falle ein Blick in die Schweiz.

Mein Vorschlag: 

A0 - wie bisher, ab 15 Monate

A - ersetzt die bisherige Klasse A1. Die Parcoure sollten wirklich nicht zu schwer sein, max. 15 Hindernisse umfassen und max. 120 m lang sein.
Bewegungsgeschwindigkeit: 2,5 m/sec.
Aufstieg in A1: nach drei V0 kann der Aufstieg erfolgen, nach sechs V0 MUSS aufgestiegen werden.

A1 - max. 18 Hindernisse und max. 150 m Länge. Bewegungsgeschwindigkeit: 3 m/sec.
Aufstieg in A2: nach drei V0 mit Platzierung kann, und nach sechs V0 mit Platzierung MUSS aufgestiegen werden.

A2 - grundsätzlich wie bisher. Die Standardzeit richtet sich nach der Zeit des Siegers, d.h. des schnellsten fehlerärmsten Teams. Auf diese Zeit werden 30%
aufgeschlagen und evtl. auf ganze Sekunden aufgerundet.
Bestätigung: Der Verbleib in der Klasse muß bestätigt werden. Es müssen ind der Bestätigungsperiode* 2 Platzierungen mit V erreicht werden.
Aufstieg in A3: ebenso wie von A1 nach A2.

A3 - grundsätzlich wie bisher. Die Standardzeit richtet sich wie in A2 nach der Zeit des Siegers, allerdings werden auf diese Zeit lediglich 20% aufgeschlagen.
Bestätigung: Erforderlich sind 3 Platzierungen unter den ersten 20% des Starterfeldes mit V0.

Übergang: Der Übergang in ein solches neues System sollte eigentlich keine besonderen Probleme aufwerfen. Jeder würde im ersten Jahr grundsätzlich in "seiner" Klasse verbleiben. Ein Abstieg (Nichterfüllung der Bestätigung) würde erst im zweiten Jahr nach Einführung greifen können. Neueinsteiger würden natürlich mit der Klasse A beginnen.

Bestätigung: Diesen Begriff hab ich von den Schweizern übernommen. Man muss sozusagen die Berechtigung eines Starts in dieser Klasse durch entsprechende Leistungen / Ergebnisse bestätigen. Dafür sehen diese einen Zeitraum von 12 Monaten vor. Die Perioden beginnen jeweils am 1.1. und 1.7. eines Jahres. Diese starren Fristen (statt flexibler individueller Zeiträume) erfolgen aus organisatorischen Gründen.
Die Bestätigungskriterien müßten jährlich überprüft und angepaßt werden.
Zielsetzung: Ziel ist bzw. wäre, dass die A3 eine echte Spitzenklasse darstellen würde. Die Schweizer sprechen von der nationalen Spitze, die Klasse soll weniger als 100 Teams umfassen - ob sie dies so genau steuern können, weiß ich nicht. 

Probleme: Wenn man will, kann man jede Menge Probleme sehen oder finden. Ich denke, mann sollte zunächst überlegen, ob eine solche Regelung sinnvoll ist.
Bei einer positiven Antwort werden sich bestimmt auch Lösungswege finden.
Zunächst wird man aus Veranstaltersicht beklagen, dass so noch mehr Klassen organisatorisch zu bewältigen wären. Erstens würde ich wie in der Schweiz die Klasse A nur für die Large-Klasse einführen. Bliebe also nur eine Klasse mehr!
Aus dem Kapitel 'Größenklassen' geht hervor, dass es bei "Mein AGILITY" in Wirklichkeit weniger Klassen als derzeit geben würde.
Zur Zeit weißt Agility immer noch große Zuwächse auf, so dass immer mehr Turniere schon sehr früh ausgebucht sind. Wenn die Entwicklung sich so fortsetzt, ist es m.E. ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, dass sich Veranstalter dazu entschließen, nicht mehr alle Klassen anzubieten. Dies ist in der Schweiz z.B. schon der Fall. Das Erfassen der Bestätigungen würde organisatorisch erleichtert durch die von mir vorgeschlagenen einheitlichen Leistungshefte, die für diesen Zweck eine eigene Seite beinhalten müßten, ebenso für "Aufstiegspunkte".

Standardzeiten: Wie unter 'Grundsätzliches / Der Sport' dargelegt bin ich für eine grundsätzliche Veränderung der Leistungserfassung. Zumindest für die A3 könnte man diesbezüglich einen lohnenden Versuch starten. Das oben übernommene Verfahren der Schweizer hat einige Vorteile: es gibt keine Diskussionen, ob der Richter die Zeiten zu scharf oder zu lasch angesetzt hat - Schwierigkeiten des Parcours oder des Untergrunds wirken sich auf alle gleichermaßen aus und beeinflußt auch die "Spitzenzeit" dementsprechend. Einige meinten in Gesprächen mit mir, dass ein socher Ansatz zu hart wäre. Ich habe dies anhand einiger schweizer Ergebnisse überprüft. Ergebnis war, dass die so ermittelten Standardzeiten in keinster Weise anspruchsvoller waren, als das bei uns übliche. Aus meiner Sicht würde sich da eher die Frage stellen, ob die Prozentabstände nicht zu üppig gewählt sind. Als weiteren Einwand habe ich auch gehört, dass man dann sehr davon abhänge, ob ein sehr schneller und guter Hund bei einem Turnier am Start sei. Für mich ein völlig sportfremder und mich auch befremdender Einwand . . . Erfolgschancen bei einem Turnier hängen logischerweise immer auch von der Qualität der Konkurrenten ab!. 


IM AUFBAU - WIRD FORTGESETZT