Quali-Alternativen

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M(eine) Alternative zum für 2004 beschlossenen WM-Quali-Modus
 
Ich finde es zunächst ganz gut, dass man einen Modus anstrebt, der dem der Österreicher zumindest sehr ähnlich ist.
 
Wie schon gesagt sollte es m.E. mindestens drei Vorqualifikationen geben, die wenn irgend möglich auch auf einem Belag, der dem der späteren WM möglichst nahe kommt, stattfinden, also wohl Teppich.
 

Die vergangenen Jahre, in denen das WM-Team stets auf Basis der Kombiwertung ermittelt worden ist, haben gezeigt, dass diese Methode keineswegs eine Art Gewähr für sichere "Doppel-Nuller" bietet. Viel zu viele Einflüsse spielen eine Rolle, nicht zuletzt die notwendige Portion Glück, um am Tage x dann zwei fehlerfreie Läufe abliefern zu können. Die Qualifikation sollte in erster Linie das Potential der Teams zu ermitteln versuchen. Für mich die einzig sinnvolle Lösung: eine getrennte Wertung von A-Läufen und Jumpings. Bestimmt kein Zufall, dass unsere Nachbarn Österreich, Schweiz und Luxemburg ebenso verfahren.

Damit die Teams zumindest einen gewissen Anreiz haben, sich um Sieg und vordersten Plätze zu bemühen, sollten also unbedingt größere Punktabstände zwischen den vorderen Plätzen vorgegeben sein. 

Möglichst viele Leistungen sollten erfasst werden, dabei aber eine gewisse "Mindestqualität" der Läufe doch verlangt werden. Daher mein Vorschlag: Punkte für die ersten 24 Plätze, sofern das Ergebnis zumindest ein SG (15 Fehlerpunkte) ist. 

Viele würden dazu sagen, dass ein SG doch nicht „WM-würdig“ sei . . . das kann man so sehen, aber es ist immer noch eher „punktewürdig“ als DIS und Doppel-DIS !!! Für absolut akzeptabel hielt ich natürlich auch eine Begrenzung auf V-Läufe, wie es in den Nachbarländern der Fall ist.

Platz
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24.
Punkte
50
45 40 35 30 28 26 24 22 20 18 16 14 12 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
 

Bei einer solchen Punktevergabe wird es vermutlich sowohl vorkommen, dass Läufe zwar mit einem SG oder besser bewertet werden und doch keine Punkte bekommen, als auch bei anderen Läufen nicht alle Punkteränge "besetzt" werden können. Darin ist aus meiner Sicht aber kein Problem zu sehen.

Nach den Vorqualifikationen würde ich entsprechend der entstandenen Punktetabelle wiederum Punkte vergeben und diese ins Finale mitnehmen lassen. Dies würde bedeuten, dass der Sieger der Vorqualifikation mit 50, der zweite mit 45 . . . . und der letzte (24.) der Vorqualifikation mit einem Punkt ins Finale käme. Dies hätte zur (positiven) Folge, dass es auch in der Vorqualifikation für jeden vom ersten bis zum letzten Lauf um etwas ginge. Taktische Spielereien mit welcher Zielsetzung auch immer wären somit weitestgehend ausgeschlossen.

Vermutlich sind für das Finale in Dortmund jeweils 2 Läufe an den 3 Tagen vorgesehen. Ich persönlich finde auch da den Weg der Österreicher mit jeweils 4 Läufen an 2 Tagen besser. In dem Rahmen, in dem das in Dortmund stattfinden soll, wird dies vermutlich organisatorisch nicht möglich sein.

Die Punktevergabe würde ich im Finale genauso vornehmen wie bei den Vorqualifikationen. D.h. im Falle, dass alle mindestens ein SG erreichen, könnten auch alle in einem Lauf Punkte erhalten, sicher eher ein theoretischer Fall.

Es gibt ja Leute, die „befürchten“, dass sich jemand nur über Jumpings qualifizieren könnte, und das Team z.B. keine Kontaktzonen beherrscht. Dies halte ich zwar für wenig wahrscheinlich, aber auch dem könnte man innerhalb meines Vorschlages vorbeugen, indem man z.B. fordert, dass im Finale z.B. mindestens einmal oder zweimal auch im A-Lauf gepunktet werden muss um zur WM fahren zu können.

Was m.E. unbedingt wichtig wäre, sind "WM-würdige" Zeitvorgaben, d.h. Vorgaben, die in etwa denen entsprechen, die z.B. 2003 in Lievin gemacht worden sind. Den Weg der Österreicher mit fast utopischen Zeitvorgaben, die 2003 dazu führten, dass es während der ganzen WM-Quali fast keine Läufe ohne Zeitfehler gegeben hat, halte ich allerdings auch für übertrieben. Mein konkreter Vorschlag wäre: schnellster V-Lauf plus 10% (auf Zehntel gerundet).

Beispiel: schnellster fehlerfreier Lauf – 32,48 sec

          plus 10% (3,248sec) = 35,728, d.h. Standardzeit = 35,7 sec

Bei Punktgleichheit sollten die Punkte aus den A-Läufen über die endgültige Platzierung entscheiden. Ergibt sich auch dann noch keine Entscheidung, dann sollte die größere Anzahl an ersten Plätzen, dann die Zahl der 2. Plätze u.s.w. entscheiden.

Was für die Large-Klasse, mit der ich mich primär beschäftige, gelten könnte, wäre punktemäßig entsprechend der unten stehenden Tabelle auf die Medium- und Small-Klasse übertragbar.  

 Platz

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Punkte

15

12

9

7

5

3

2

1


Auch so könnte man das regeln:       Alternative 

1. Überlegungen:   Regionale (Vor-) Qualifikationen sind sicher mit einem recht erheblichen Organisationsaufwand verbunden. Ganz zu recht würden diejenigen, die ihn zu leisten hätten, fragen, ob diesbezüglich Nutzen und Aufwand in einem vertretbaren Verhältnis stehen. Die Antwort wird vermutlich nicht von jedem positiv ausfallen.

2. mögliche Folgerung:   Vielleicht bin ich nicht der einzige, der sich gelegentlich fragt, wer eigentlich zur Zeit die nationale Spitzenklasse darstellt. Es gibt im Agility keine Ranglisten, und Informationen über die Ergebnisse von Turnieren, an denen man nicht selbst teilgenommen hat, sind einem von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht zugänglich.
Mein Vorschlag heißt dementsprechend:  größere Turniere, die gewisse Standards erfüllen, könnten (landesweit gestreut) zu Ranglisten-Turnieren erklärt und damit natürlich auch aufgewertet werden. Da es vielleicht mehr "würdige" Veranstalter gibt, als man Ranglistenturniere haben möchte, könnte man natürlich dieses "Prädikat" auch z.T. im jährlichen Wechsel vergeben.
Dabei würde ich folgendermaßen Punkte verteilen:  V0 = 20 Pkt., V5 = 15 Pkt., SG10 = 5 Pkt., SG15 = 3 Pkt., G20 = 1 Pkt. .
Zusätzlich würde ich Platzierungen so honorieren:   1. Platz = 10 Pkt. , 2.Platz = 6 Pkt. , 3.Platz = 3 Pkt. .
                                     
3. Praxis der Rangliste:   In der Rangliste würden sich grundsätzlich die Ergebnisse der letzten 12 Monate spiegeln. Um nicht eine maximale Anzahl an Turnierstarts ("Masse statt Klasse") zu honorieren könnte man z.B. die Zahl der zu berücksichtigen Turniere begrenzen - es würden dann nur die letzten x Turniere entsprechend der "Höchstzahl" für die Rangliste berücksichtigt.

4. Anwendung der Rangliste für WM-Quali:   Zur WM-Quali könnte man z.B. die 6 besten Ranglisten-Ergebnisse der Monate April bis Juni heranziehen. Die z.B. 50 Punktbesten dieser Rangliste wären dann für ein Quali-Finale qualifiziert. (hier immer bezogen auf die Large-Klasse) Für Qualifizierte, die auf eine Teilnahme verzichten, könnten die jeweils Nächstplatzierten nachrücken.

5. Vorteile:   Eine solche Rangliste wäre für die am Agility als Sport interessierten sicherlich von großem Interesse. Die Top-Teams mit Ambitionen würden sich häufiger auf Turnieren treffen und möglicherweise durch Konkurrenz und Erfahrungsaustausch an Leistungsstärke gewinnen.
Die einzelnen Teams hätten ein Höchstmaß an Flexibilität und müssten dennoch einen klaren Leistungsnachweis erbringen. Dabei würde die Zeitspanne von April bis Juni (bisher fanden in dieser Zeit die ersten 4 WM-Qualis statt) sicherstellen, dass das aktuelle Leistungsvermögen bewertet wird. Andererseits dürfte ein leistungsfähiges und -williges Team auch nicht damit überfordert sein in dieser Zeit mindestens 6 Turniere zu bewältigen.
Dazu hätte ein sehr leistungsfähiges Team durchaus die Möglichkeit mit weniger Turnieren genügend Punkte zu sammeln um unter die ersten 50 zu kommen.

6. mögliche Probleme:   Auch hier stellt sich die Frage nach dem organisatorischen Aufwand. Dazu möchte ich aber sagen, dass solche Ranglistenturniere und entsprechend die Rangliste Vorteile hätten, die über die WM-Quali hinausgehen. Die wünschenswerte Transparenz, also u.a. die Frage, ob man auch mit einem Turnier weniger gut auskäme, wäre via Internet zwar problemlos, aber ein Internetanschluss darf auch nicht entscheidend sein, wer informiert ist oder nicht. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass dies schon längst Realität ist.

7. Das Finale:   Das Finale wäre dann entsprechend der Alternative 1.


Weitergehende Gedanken:  Wenn man in Deutschland auch Spitzen-Agility fördern möchte, dann muss man sich Gedanken machen, ob es ausreicht, dass jeder Agi-Sportler irgendwie irgendwo mit irgendwem trainiert, zu irgendwelchen Qualis antritt, und man dann schaut, wer sich durchsetzt.
Zwischen den Vorqualifikationen und dem Finale könnten z.B. regional Trainingswochenenden für die Finalteilnehmer angeboten werden. Nach dem Finale sollte unbedingt mindestens ein "Trainingslager" verpflichtend für alle WM-Teilnehmer stattfinden.
Dieses wäre dann also Bestandteil der WM-Qualifikation ! Dieses "Trainingslager" sollte in ein Turnier als letztem gemeinsamem Test münden.
Ich selbst bin nun erst seit gut zwei Jahr beim Agility dabei, habe aber zu vielen Agi-Sportlern, auch solchen die von WM und WM-Qualis betroffen sind, Kontakt. Mein Eindruck ist, dass es eine mehr oder weniger große Kluft zwischen Aktiven und Funktionären gibt. Jedenfalls haben die Aktiven nach meinen Erkenntnissen das Gefühl, dass ihre Meinung nicht gefragt ist.
Was spricht eigentlich dagegen, dass es - wie in anderen Sportarten auch - in den beschlussfassenden Gremien auch einen "Aktivensprecher" gibt ???
Auch ein solcher wird nie der Meinung aller gerecht werden können, auch kann er alleine nichts durchsetzen, aber die Betroffenen hätten zumindest eine Stimme und einen Ansprechpartner. Ein solcher könnte z.B. relativ problemlos im Rahmen der WM-Quali jedes Jahr gewählt werden. Oder auch im Rahmen der VDH-DM.