Schweizer Quali-Modus

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Ein Blick über den Tellerrand bzw. die Landesgrenzen kann doch eigentlich nie schaden! Wie machen's also die?

- Der Zugang zur WM-Quali ist allein durch die Zugehörigkeit zur A3 erfüllt. Dies ist dort möglich, weil es vermutlich deutlich weniger
Aktive gibt als bei uns, aber vor allem die A3 durch die Abstiegsregelung zahlenmäßig begrenzt bleibt.

- Bemerkenswert die Regelung, dass ein Team auch noch bis zur 3. Quali einsteigen kann, wenn es bis dahin die Zugangsvoraussetzungen (A3) erfüllt hat. Warum auch eigentlich nicht ???

- Es gibt insgesamt 5 Qualis wie bei uns, allerdings werden die 4. und 5. Quali an einem Wochenende durchgeführt. Dabei werden alle
Qualis gleich bewertet.

- Alle Quali-Wettbewerbe müssen in einer Halle, möglichst mit Teppichboden, ausgetragen werden. Ausnahmen können genehmigt     werden. Mir ist leider nicht bekannt, inwieweit dies eingehalten wurde, und ob es Ausnahmen, d.h. insbesondere Turniere im Freien, gegeben hat.

- Jeder der 5 Qualis wird gleich gewertet, und es gibt auch keine Streichresultate.


- Bei den einzelnen Läufen bekommen die ersten 30% der zu Beginn der Qualis gemeldeten Teams Punkte, unabhängig davon, wie viele Teams bei den Läufen jeweils am Start sind. 

Beispiel: sind 60 Teams gemeldet, dann erhalten die ersten 18 Punkte; bei 38 wären es
11,4 , was dann aber auf 12 aufgerundet wird. Im Jahr 2002 waren es 17.

- Konkret sieht es dann so aus, dass im Jumping der 17. einen Punkt erhält, der 16. zwei, u.s.w. bis zum Ersten mit 17 Punkten.
Bei den Agi-Läufen wird diese Punktzahl mit dem Faktor 1,5 multipliziert, d.h. der Erstplatzierte erhält 25,5 Pkt. (17 mal 1,5) und der "letzte" (Platz 17) 1,5 Punkte. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Lauf etwa fehlerfrei war.
   

- Die Teams, die
am Ende die meisten Punkte haben - ganz gleich in welchen Läufen sie "gesammelt" wurden - sind qualifiziert. Für den Fall von Punktgleichheiten gibt es festgelegte Regeln, auf die ich hier aber nicht eingehen möchte.

Meine Meinung:  
Der Modus hat aus meiner Sicht (immer im Vergleich zu D) viele positive Aspekte. Hier wird den Sportlern "Vertrauen" entgegengebracht. Man scheut sich nicht, einem Team für einen Lauf mit vielleicht 10 Fehlerpunkten Wertungspunkte zu geben. Warum auch? - landete das Team doch zumindest unter den besten 30% eines Spitzenfeldes!
Viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass hier nicht z.B. ein glanzvoller A-Lauf-Sieg dadurch wertlos wird, dass vielleicht im Jumping eine Stange fällt oder umgekehrt.
Außerdem wird fast die ganze "Breite" der erbrachten Leistungen erfasst. D.h., wenn 2 Teams in gleicher Weise einige Spitzenplatzierungen erreicht haben und das eine im übrigen DIS gelaufen ist, dann schneidet es schlechter ab als das andere Team, das bei den anderen Läufen vielleicht 10., 8. oder 14. Plätze erreichte. Ist das nicht gerechter, als wenn nur die ganz vorderen Plätze zur
Leistungsbeurteilung herangezogen werden?
Ebenso wichtig erscheinen mir die Auswirkungen auf die Motivation der Teilnehmer. Ist mal ein Lauf miss
lungen, so hat das keine Auswirkungen auf die Chancen, schon im nächsten Lauf wieder punkten zu können.
Positiv sehe ich auch die Zusammenlegung der 4. und 5. Quali auf ein Wochenende. Das erhöht / komprimiert die psychische Belastung der Teilnehmer, was man als gewisse Simulation der Verhältnisse bei einer WM ansehen kann.
Die Tatsache, dass die Qualis bereits Anfang Juni abgeschlossen sein müssen hat aus meiner Sicht sowohl Vor- als auch Nachteile.
Vorteilhaft ist sicherlich, dass dann frühzeitig Planungssicherheit besteht, und sich die Teams von da an gezielt auf die WM vorbereiten können. Es gab in der Schweiz 2002 vor der WM 4 obligatorische Trainings für das Nationalteam in einer Tennishalle - also hat man vernünftigerweise möglichst WM-nahe Bedingungen angestrebt.
Als nachteilig könnte man vielleicht empfinden, dass die "Form" der Teams bei den Qualis primär in recht großem zeitlichen Abstand zur WM "geprüft" wird.